Die Geschichte des Hip Hop
Hip Hop ist eine aus den Vereinigten Staaten stammende Kulturströmung, die auch in Deutschland viele Anhänger hat. Als Hip Hop wird dabei in sowohl eine Musikrichtung bezeichnet, als auch die gesamte Jugendkultur des HipHop, zu der neben der Musik auch spezielle tänzerische Elemente und auch das Graffiti-Writing gehören.
Die Kennzeichen der Musikrichtung
Die Musikrichtung ist in erster Linie durch das Samplen bereits existierender Musikstücke, meistens aus den Bereichen Funk und Soul, gekennzeichnet. Samplen bedeutet, dass bestimmte Teile dieser Musikstücke, in erster Linie deren Beats, immer wieder wiederholt werden und mit anderen Stücken zu einem neuen Musikstück zusammengesetzt werden. Beim Gesang handelt es sich fast ausschließlich um Sprechgesang, Gesangsstücke mit Melodie sind selten. Ein weiteres typisches Element ist das Scratchen, das typische Geräusch, das beim Bewegen einer Schallplatte auf einem Plattenspieler entsteht.
Die Entstehung des Hip Hops und seines Tanzstils
Obwohl HipHop in Deutschland weitestgehend als Phänomen der neunziger Jahre verstanden wird, gehen die Ursprünge dieser Musik- und Tanzrichtung sehr viel weiter zurück. Als Begründer dieses Musikstils kann Kool DJ Herc genannt werden, der 1973 erstmals die Technik des Samplens verschiedener Beats verwendete. Bereits im gleichen Jahr entwickelte sich der Tanzstil heraus. Auf den Partys von Kool DJ Herc entwickelte sich der Breakdance als Tazstil zu der neuartigen Musikrichtung. Im Laufe der siebziger Jahre entwickelten sich dann immer mehr Techniken heraus, die den späteren Hip Hop- Stil charakterisieren sollten. Ein Pionier der neuen Musikrichtung war Grandmaster Flash, der viele dieser Techniken entwickelte und in seine Musik einbaute. Die Kultur des Hip Hop stammt in seiner ursprünglichen Form aus den ärmeren Stadtvierteln amerikanischer Großstädte. Die ersten Anhänger dieser Kultur waren überwiegend Afroamerikaner und teilweise Jugendliche puertoricanischer Abstammung und sie stammten beinahe ausschließlich aus ärmeren sozialen Verhältnissen. Diese soziale Herkunft ist dafür verantwortlich, dass dieser Tanzstil in seinen ersten Jahren beinahe ausschließlich auf den Straßen getanzt wurde. So blieb die Hip-Hop-Kultur in den siebziger Jahren auf diese Kulturkreise begrenzt. Sowohl Musik als auch Tanz waren sehr wenig formal, es gab keine genaue Definitionen des Stils. Die Musik entstand immer nur live, Schallplatten mit Hip-Hop-Musik entstanden erst später, da die Musikindustrie diese Stilrichtung nur als wenig gewinnbringend einstufte. Der erste große Durchbruch des Hip Hops als kommerziell verwertbarer Musikstil gelang der Band Sugarhill Gang mit dem Stück Rapper´s Delight, das auch international ein großer Erfolg wurde und die neuartige Musikrichtung erstmals weltweit bekannt machte. Im Laufe der achtziger Jahre wurde die Musikrichtung immer beliebter und in den neunziger Jahren hatte sie sich vollständig durchgesetzt und war nun auch in wohlhabenderen Schichten und bei weißen Jugendlichen beliebt. Mit dem Erfolg der Musik wurde auch der Hip-Hop-Tanz immer beliebter. 1983 wurde der Breakdance in dem Film Flashdance erstmals der Welt vorgestellt. Durch diesen Film wuchs die Zahl der Breakdancer sprunghaft an. Zu dieser Zeit entwickelten sich auch immer mehr professionelle Hip-Hop-Tanzgruppen, die Crews genannt werden.
Die Stilrichtungen des Breakdance
Die Bezeichnung Breakdance dient sowohl als Oberbegriff für alle Hip-Hop-Tanzrichtungen, als auch als eine spezielle Stilrichtung derselben. Damit diese Doppelbedeutung nicht zu Verwirrung führt, wird die Bezeichnung Breakdance als Oberbegriff verwendet, für die spezielle Stilrichtung wird B-boying verwendet, wobei hier das B auch für Break steht. Die drei wichtigsten Stilrichtungen des Breakdance sind B-boying, Locking und Popping. Das B-boying findet meistens im Rahmen einer Competition statt. Dabei wir ein Kreis gebildet, der sogenannte cipher, aus dem immer wieder ein anderer Tänzer in die Mitte kommt und eine Tanzeinlage darbietet. Dabei handelt es sich um eine Art Wettbewerb, dessen Ziel es ist, eine bessere Darstellung zu bieten, als die anderen Tänzer. Der Stil ist sehr akrobatisch und findet meisten auf dem Boden statt. Sprünge, Hand- und Kopfstände werden zu den Rythmen der Musik durchgeführt. Obwohl diese tänzerischen Elemente bereits in den sechziger Jahren unter afroamerikanischen Jugendlichen beliebt waren, geht die Bezeichnung Breakdance auf Kool DJ Herc zurück. Die in seinen Musikstücken vorkommenden reinen Beat-Passagen wurden von den Tänzern für diesen Tanzstil genutzt. Da diese Beat-Passagen eine Art Pause innerhalb der Musikstücke darstellten, wurden die Tänzer von DJ Herc als Pausentänzer, also als Breakdancer bezeichnet. Eine weitere Stilrichtung ist das Locking. Hier werden in hohem Tempo rhythmische Bewegungen durchgeführt, um dann abrupt einige Sekunden bewegungslos zu verharren und anschließend im gleichen Tempo weiter zu tanzen. Der Name Locking, was abschließen bedeutet, bezieht sich auf dieses starre Verharren. Als Popping wird ein Tanzstil bezeichnet, der durch wechselndes Anspannen und Entspannen der Muskeln eine Art mechanische und roboterhafte Bewegung simuliert. Auch dieses Stilelement findet im Breakdance Verwendung. Mit dem kommerziellen Erfolg der Hip-Hop-Musik wurde auch der Tanz zunehmend professionalisiert. Zu Beginn gab es keine einheitlichen Regeln, der Freestyle war dominant. Jeder Tänzer konnte seine eigenen Bewegungen durchführen und so tanzen, wie er es am besten für die Musik geeignet empfand. Doch bereits seit Ende der siebziger Jahre entstanden immer mehr professionelle Crews, die die Stilrichtung immer genauer definierten. Durch diese eingeübten Tanzdarbietungen wurden immer mehr synchronisierte Tänze dargeboten. Der Freestyle wurde abgelöst und durch exakt einstudierte Bewegungsabläufe ersetzt. Doch blieben die bereits beschriebenen Elemente B-boying, Locking und Popping die Grundlage dieser synchronisierten Tänze. Aus den Elementen dieser Stilrichtungen wurden die Tänze einstudiert.
Der Weg des HipHop in die Tanzschulen
In den ersten Jahren wurde HipHop und Breakdance ausschließlich auf den Straßen und in den Clubs der amerikanischen Großstädte getanzt. Kaum ein Tanzstudio bot Kurse an, da dieser Tanz in den höheren gesellschaftlichen Schichten keine Anerkennung fand. Erst in den achtziger und neunziger Jahren, als Hip Hop und Breakdance von den sozialen Ghettos auch in die Mittelschicht vordrang, boten Tanzschulen erstmals Tanzunterricht in Hip Hop und Breakdance an. Da heutige Jugendliche mit dieser Musik aufwachsen, gibt es auch immer mehr Interessenten, die Tanzunterricht in Breakdance nehmen wollen. Da die Bewegungsabläufe sehr kompliziert sind und viel Übung erfordern, ist professionelle Hilfe beim Erlernen sehr wichtig. Mittlerweile gibt es spezialisierte Tanzschulen, die nur Kurse in HipHop und Breakdance anbieten. Viele Jugendliche, die die typischen Tänze der Hip-Hop-Musik erlernen wollen, belegen heute Tanzkurse in einem Tanzstudio. Damit ist die Hip-Hop-Musik und -Kultur endgültig in allen sozialen Schichten und auf der ganzen Welt angekommen |